Urlaub und längere Standzeit: so übersteht der Saugroboter die Pause

Urlaub und längere Standzeit: so übersteht der Saugroboter die Pause

Ratgeber Pflege & Wartung

Ferienzeit heißt für viele Saugroboter: zwei, drei Wochen nichts zu tun. Auf den ersten Blick ist das kein Problem – tatsächlich sind es aber genau diese Pausen, nach denen Geräte mit Wischfunktion streng riechen, Pumpen nicht mehr fördern und Akkus deutlich weniger Laufzeit haben als vorher. Mit zehn Minuten Vorbereitung lässt sich das komplett vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Die Checkliste vor der Abreise

  1. Wischpad abnehmen, waschen, trocken lagern – niemals feucht am Gerät lassen.
  2. Frischwassertank leeren und offen trocknen lassen.
  3. Schmutzwassertank und Reinigungsschale leeren, ausspülen, auswischen.
  4. Staubbehälter leeren, bei Station mit Beutel: einen frischen Beutel einsetzen, statt einen halbvollen wochenlang stehen zu lassen.
  5. Filter prüfen – trocken? Sonst herausnehmen und separat trocknen lassen.
  6. Bürsten von Haaren befreien. Aufgewickelte Haare halten Feuchtigkeit an der Achse.
  7. Zeitpläne deaktivieren, wenn niemand da ist, der eingreifen kann.

Wer das überspringt, kennt das Ergebnis: Nach der Rückkehr riecht die Station. Warum das so ist und wie man es wieder loswird, steht ausführlich im Beitrag Der Saugroboter riecht muffig. Die passenden Wischpads, Staubbeutel und Filter hat man dafür idealerweise schon vor der Abreise im Haus.

Akku: an lassen oder ausschalten?

Die Frage kommt oft, und die Antwort hängt von der Dauer ab.

  • Bis etwa drei bis vier Wochen: eingeschaltet in der Station lassen ist völlig in Ordnung. Die Ladeelektronik hält den Akku auf einem sinnvollen Stand, ohne ihn zu überladen.
  • Länger als ein bis zwei Monate: Gerät ausschalten und aus der Station nehmen. Dauerhaftes Halten auf 100 % ist für Lithium-Zellen die ungünstigere Lagerbedingung.

Was man dagegen auf keinen Fall tun sollte: das Gerät leer oder fast leer ausgeschaltet monatelang stehen lassen. Ein Lithium-Akku entlädt sich auch im ausgeschalteten Zustand langsam weiter. Unterschreitet er dabei eine kritische Spannung, schaltet die Schutzelektronik ab – und dann lässt er sich oft gar nicht mehr aufwecken. Genau so sterben die meisten Akkus in Kellern und Abstellräumen.

Die günstigste Lagerbedingung ist ein Ladestand um 50 bis 70 Prozent, kühl, aber nicht kalt, und trocken. Also: vor einer langen Pause bewusst nicht vollladen und nicht leer fahren.

Dass Akkus im Vergleich zu Verschleißteilen selten getauscht werden, heißt übrigens nicht, dass sie unkaputtbar sind – in unserem Ersatzteilversand waren es in zwölf Monaten rund 390 Stück, gegenüber zehntausenden Filtern und Bürsten. Ein großer Teil davon wäre mit richtiger Lagerung vermeidbar gewesen.

Wasser ist das eigentliche Problem

Stehendes Wasser über Wochen ist bei Wischrobotern die häufigste Ursache für Ärger nach dem Urlaub. Zwei Folgen treten regelmäßig auf:

  • Geruch und Biofilm in Tank, Leitungen und Reinigungsschale.
  • Kalkablagerungen an Ventil und Pumpe. Verdunstet Wasser langsam im Tank, bleibt der gesamte Kalk zurück – und zwar genau an den engsten Stellen. Danach fördert die Pumpe schlechter oder gar nicht mehr.

Deshalb: Tanks leeren, nicht nur „fast leer" lassen. Nach längeren Pausen lohnt ein Reinigungs- und Entkalkungslauf, bevor wieder normal gewischt wird – mit einem Mittel, das ausdrücklich für Wassertanks von Saug- und Wischrobotern gedacht ist, wie es in unserer Reinigung & Pflege steht. Der Zusammenhang ist im Beitrag Kalk ist der stille Killer der Wischfunktion ausführlich beschrieben.

Soll er während der Abwesenheit fahren?

Technisch spricht nichts dagegen – praktisch schon. Ein Roboter, der ohne Aufsicht fährt, kann sich festfahren, und dann steht er tagelang irgendwo unter dem Sofa, im schlechtesten Fall mit feuchtem Pad auf dem Parkett. Wenn du trotzdem fahren lassen willst:

  • Nur saugen, nicht wischen.
  • Vorher gründlich aufräumen – alles, was auf dem Boden liegt, ist ein potenzieller Stopp.
  • Türen in einen definierten Zustand bringen, am besten offen.
  • Reduzierte Frequenz: In einer leeren Wohnung entsteht kaum Staub, ein Durchgang pro Woche reicht.
  • Jemanden bitten, gelegentlich in die App zu schauen.

Nach der Rückkehr

  1. Tanks ausspülen, frisches Wasser einfüllen.
  2. Einen Reinigungs- beziehungsweise Entkalkungslauf machen, wenn die Pause länger als zwei Wochen war.
  3. Frisches Wischpad aufziehen.
  4. Ersten Wischgang beobachten: Kommt gleichmäßig Wasser? Bleibt eine streifige Spur? Das sind die typischen Anzeichen für Kalk im System.
  5. Akku im Blick behalten: Deutlich kürzere Laufzeit direkt nach einer langen Pause ist ein Warnzeichen.

Sehr lange Pausen und Einlagerung

Wer ein Gerät über Monate weglegt – Zweitwohnung, Umbau, Verkauf später –, sollte zusätzlich beachten:

  • Trocken lagern, nicht im feuchten Keller und nicht in der heißen Dachkammer.
  • Akku bei etwa 50 bis 70 Prozent, alle drei bis vier Monate kurz nachladen.
  • Alle Wasser führenden Teile absolut trocken einlagern.
  • Gerät abdecken – Staub im Bürstenraum lässt sich später schlecht entfernen.
  • Modellbezeichnung und Kaufdatum notieren; nach einem halben Jahr weiß das niemand mehr auswendig. Wie du sie sicher findest, steht im Beitrag Welches Modell habe ich? – oder du registrierst deinen Roboter kostenlos, dann ist es hinterlegt.

Fazit

Vor dem Urlaub sind es zehn Minuten: Pad ab, Tanks leer, Behälter leer, Bürsten frei, Zeitplan aus. Für den Akku gilt – bis zu einem Monat in der Station lassen, darüber hinaus ausgeschaltet bei halbem Ladestand lagern und nie leer weglegen. Das meiste, was nach längeren Pausen kaputtgeht, geht nicht durch Benutzung kaputt, sondern durch stehendes Wasser und tiefentladene Akkus.

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