Lohnt sich die Reparatur meines Saugroboters noch – oder soll ich neu kaufen?
(Robo-Repair Werkstatt Guide 2026)
Inhaltsverzeichnis
- 1. Warum die Entscheidung Reparatur vs. Neukauf wichtig ist
- 2. Die wichtigste Grundregel aus der Werkstatt
- 3. Häufige Fehler beim Saugroboter (mit Reparatur-Einschätzung)
- 4. Checkliste: Lohnt sich eine Reparatur meines Saugroboters?
- 5. Wann lohnt sich eine Reparatur nicht?
- 6. Was kostet eine Reparatur realistisch?
- 7. Marken-Vergleich: Welche Roboter lohnen sich besonders?
- 8. Reparatur oder Neukauf? Kurz-Fazit
- 9. Robo-Repair Empfehlung aus der Werkstatt
1. Warum die Entscheidung Reparatur vs. Neukauf wichtig ist
Ein Saugroboter ist längst kein Luxusprodukt mehr, sondern ein fester Bestandteil des Alltags. Wenn er plötzlich stehen bleibt, im Kreis fährt oder nicht mehr lädt, steht schnell die Frage im Raum: Reparieren oder direkt neu kaufen?
In vielen Fällen ist eine Reparatur deutlich günstiger als ein Neukauf – und verlängert die Lebensdauer des Geräts um mehrere Jahre. Mit den folgenden Infos, Tabellen und Checklisten kannst du selbst einschätzen, was in deinem Fall sinnvoll ist.

2. Die wichtigste Grundregel aus der Werkstatt
Unsere Erfahrung aus der Robo-Repair Werkstatt:
Wenn dein Roboter unter 2–4 Jahre alt ist, dann lohnt sich eine Reparatur in über 80 % der Fälle.
Warum?
- Ersatzteile sind in dieser Zeit meist gut und günstig verfügbar.
- Motoren, Pumpen und Sensorik sind modular aufgebaut und einzeln tauschbar.
- Die großen Marken (z. B. Roborock, Dreame, Mova, Ecovacs) sind sehr reparaturfreundlich.
- Viele Fehler sehen schlimmer aus, als sie wirklich sind.
Typische Praxisbeispiele:
- Fehler 13 / 11 / 26 (Roborock) → meist Lüfter oder Sensorik.
- Roboter fährt im Kreis → sehr häufig defekter LDS-Sensor, gut reparierbar.
- Wischfunktion ohne Wasser → oft nur Pumpe, Schlauch oder Ventil.
- Lädt nicht mehr → Akku, Ladekontakte oder Station statt „Totalschaden“.
Das sind Standardfälle, die sich in sehr vielen Fällen wirtschaftlich reparieren lassen.
3. Häufige Fehler beim Saugroboter und ihre Ursachen
Die folgende Übersicht zeigt typische Fehlerbilder, mögliche Ursachen und eine grobe Einschätzung, wie oft sich eine Reparatur aus Werkstattsicht lohnt.
| Fehlerbild | Symptome | Wahrscheinliche Ursache | Einschätzung zur Reparatur |
|---|---|---|---|
| Roboter fährt im Kreis / findet Räume nicht | Dreht sich ständig, bleibt hängen, Karte sieht „chaotisch“ aus | Defekter Lasersensor (LDS) oder Kollisionssensor | Sehr häufig wirtschaftlich reparierbar. Besonders bei Roborock, Dreame & Mova lohnt sich ein LDS-Tausch fast immer. |
| Roboter startet nicht mehr | Keine Reaktion, LEDs aus, kein Ton | Defekter Akku, Netzteil, Mainboard oder Ein-/Ausschalter | Diagnose sinnvoll. Bei jüngeren Geräten und Markenmodellen (ab ca. 250 € Neupreis) meist lohnend. |
| Lädt nicht oder nur sehr kurz | Kurzlaufzeit, lädt ewig, bricht Ladevorgang ab | Verschlissener Akku, verschmutzte Kontakte, defekte Ladestation | Standardreparatur. Akku- und Kontaktwechsel sind vergleichsweise günstig und verlängern die Lebensdauer deutlich. |
| Roboter ist extrem laut | Ungewöhnlich lautes Brummen, Pfeifen oder Schleifgeräusche | Defekter Lüftermotor, verschlissene Lager, Fremdkörper im Luftweg | Meist gut reparierbar durch Reinigung oder Tausch des Lüfters. Lohnt sich besonders bei Mittel- und Oberklassegeräten. |
| Wischfunktion ohne Wasser | Wassertank voll, aber das Wischpad bleibt trocken | Defekte Wasserpumpe, verstopfte Schläuche oder Ventile | In vielen Fällen klar lokalisierbarer Defekt. Pumpe / Schläuche lassen sich meist gut und kosteneffizient tauschen. |
| Fehlercodes (z. B. Fehler 13 / 11 / 26) | Bricht Reinigung mit Meldung ab, App meldet technischen Fehler | Sensorfehler, Lüfterfehler, Absturzsensor oder Mainboardproblem | Werkstatt-Diagnose nötig. Bei vielen Modellen (v. a. Roborock) sind diese Fehler gut reparierbar. |
| Findet Ladestation nicht mehr | Fährt vorbei, sucht lange, dockt nicht sauber an | Defekte Infrarot-Sensoren, Kamera-Probleme oder Softwarefehler | Bei jüngeren Geräten lohnt sich ein Sensorcheck und Austausch häufig. Bei sehr alten Geräten eher abwägen. |
| Stoßfänger / Bumper reagiert nicht | Fährt gegen Möbel, ohne abzubremsen oder zu wenden | Defekter Bumper-Schalter oder verklemmte Mechanik | Meist eine günstige Reparatur. Mechanik und Schalter lassen sich in vielen Fällen gut instandsetzen. |
| „Bürste blockiert“-Meldungen | Bricht ab, obwohl sichtbare Blockade gar nicht vorhanden ist | Defekter Bürstenmotor, verschmutzte Sensoren oder Getriebeproblem | Reinigung oder Motor-/Getriebetausch gehören zu den Standardreparaturen und lohnen sich bei vielen Geräten. |
| Wasserschaden | Kontakt mit Wasser, Gerät schaltet ab, startet nicht mehr oder zeigt Chaos-Fehler | Korrosion an Mainboard, Steckverbindungen und Sensorik | Grenzfall. Leichtere Wasserschäden sind manchmal rettbar, starke Korrosion macht die Reparatur oft unwirtschaftlich. |
4. Checkliste: Lohnt sich eine Reparatur meines Saugroboters?
Gehe die Checkliste Punkt für Punkt durch und setze ein Häkchen, wenn die Aussage auf deinen Roboter zutrifft. Je mehr Häkchen du setzen kannst, desto eher lohnt sich eine Reparatur.
- 1. Alter & ursprünglicher Wert
- 2. Zustand & bisherige Nutzung
- 3. Technik & Ersatzteilversorgung
- 4. Wirtschaftlichkeit
- 5. Nachhaltigkeit & persönliche Haltung
Daumenregel: Wenn du mindestens 5–6 Häkchen setzen kannst, ist eine Reparatur in den meisten Fällen wirtschaftlich sinnvoller als ein Neukauf – vor allem bei Markenrobotern aus der Mittel- und Oberklasse.
5. Wann lohnt sich eine Reparatur nicht?
So direkt sagen wir es auch in der Werkstatt, wenn es keinen Sinn mehr ergibt:
-
Der Roboter ist 5+ Jahre alt.
Nicht, weil er „schlecht“ ist – sondern weil ab diesem Alter oft mehrere Bauteile nacheinander ausfallen. -
Großer Wasserschaden.
Wenn Wasser ins Mainboard und in viele Steckverbindungen gelaufen ist, ist die Ausfallquote hoch. -
Mehrere Defekte gleichzeitig.
Beispiel: Mainboard defekt + LDS defekt + Pumpe defekt – das ist meist wirtschaftlich unsinnig. -
Extrem billige Modelle (unter 200 €).
Verklebte Gehäuse, kaum Ersatzteile, oft Wegwerfprodukte. Hier ist ein Neukauf meist sinnvoller.

6. Was kostet eine Reparatur realistisch?
Aus der Erfahrung mit vielen tausend Geräten ergeben sich grobe Richtwerte:
| Defekt | Typische Kosten (ca.) |
|---|---|
| LDS / Roboter fährt im Kreis | ca. 89–229 € |
| Fehler 13 / Lüfter defekt | ca. 69–219 € |
| Wischpumpe / kein Wasser | ca. 59–209 € |
| Akku tauschen | ca. 49–189 € |
| Ladestation / Ladeproblem | ca. 49–199 € |
| Bumper / Stoßfänger | ca. 49–179 € |
| Wasserschaden | stark abhängig vom Ausmaß, oft Grenzfall |
Ein neuer Premium-Wischroboter kostet schnell 800–1.500 € – dagegen ist eine Reparatur oft nur ein Bruchteil und verlängert die Laufzeit um mehrere Jahre.
7. Marken-Vergleich: Welche Roboter lohnen sich besonders?
Nicht jeder Saugroboter ist gleich gut reparierbar. Hier eine grobe Einordnung aus Werkstattsicht:
Sehr gute Reparierbarkeit
- Roborock (z. B. S5, S6, S7, S8, Q Revo, MaxV-Modelle)
- Dreame (z. B. L10s, L20, X40, D10s)
- Mova (z. B. P50, E30, Z60, E40)
Mittlere Reparierbarkeit
- Ecovacs / Deebot – gute Geräte, aber teils etwas anfälliger in der Elektronik.
Eher schwierig
- Sehr alte Xiaomi-Modelle und Mi 1C-Varianten
- Billig- und No-Name-Geräte ohne Ersatzteilversorgung
- Sehr alte Roomba-Generationen mit schlecht verfügbaren Teilen

8. Reparatur oder Neukauf? Kurz-Fazit
Wenn das Gerät nicht uralt ist und der Fehler nicht mehrere Module gleichzeitig betrifft, ist die Reparatur in der Regel die sinnvollere Option.
Ein funktionierender Roboter bringt dir jedes Jahr:
- weniger Staub
- weniger Arbeit
- weniger Ärger
- weniger Elektroschrott
Und du gibst statt 900 € für einen Neukauf oft nur 69–329 € für eine Reparatur aus.
9. Robo-Repair Empfehlung aus der Werkstatt
Wenn du unsicher bist, mach es dir einfach:
➡ Diagnose + Kostenvoranschlag von einer spezialisierten Werkstatt erstellen lassen.
- Wenn sich die Reparatur lohnt – super, du sparst Geld und Umweltressourcen.
- Wenn nicht – solltest du das klar und ohne Schönreden gesagt bekommen.
So bleibt das Risiko nicht bei dir, sondern bei der Werkstatt, die täglich mit diesen Geräten arbeitet.