Die Karte ist weg – Kartenverwaltung, mehrere Etagen und wie du dir Ärger ersparst

Die Karte ist weg – Kartenverwaltung, mehrere Etagen und wie du dir Ärger ersparst

Ratgeber Einrichtung & Navigation

Die Karte ist bei einem modernen Saugroboter das wertvollste, was das Gerät besitzt – wertvoller als jedes Verschleißteil. In ihr stecken Räume, Namen, Sperrzonen, Bodenbeläge und Zeitpläne, oft mehrere Stunden Einrichtungsarbeit. Und sie ist gleichzeitig das Erste, was verloren geht, wenn man an der falschen Stelle drückt. Dieser Beitrag erklärt, wann Karten verschwinden, wie mehrere Etagen sauber nebeneinander funktionieren und was man vorbeugend tun kann.

Inhaltsverzeichnis

Warum die Karte plötzlich weg ist

Karten verschwinden selten grundlos. Die typischen Auslöser, sortiert nach Häufigkeit:

  • Die Station wurde verschoben. Der Roboter bezieht seine Karte auf den Standort der Ladestation. Steht sie ein paar Meter weiter oder in einem anderen Raum, findet er sich nicht wieder und legt eine neue Karte an.
  • Er wurde umgesetzt. Wer das Gerät mitten in der Fahrt hochnimmt und woanders wieder absetzt, nimmt ihm die Referenz. Manche Modelle finden zurück, viele nicht.
  • Werksreset. Löscht Karten immer und unwiderruflich – auch dann, wenn er nur gemacht wurde, um ein WLAN-Problem zu beheben.
  • Gerät aus der App entfernt und neu hinzugefügt. Bei manchen Modellen bleibt die Karte erhalten, bei anderen nicht. Verlassen sollte man sich nicht darauf.
  • Firmware-Update. In seltenen Fällen wird die Kartenstruktur geändert; alte Karten werden dann verworfen.
  • Vollständig leer gefahren. Bei tiefentladenem Akku geht bei einzelnen Modellen die laufende Karte verloren.

Was Karten nicht zerstört: normale Reinigungsfahrten, verschobene Möbel, geschlossene Türen. Der Roboter merkt sich Räume, nicht Einrichtung – ein umgestellter Sessel ändert die Karte nicht.

Karte sichern – wenn es die App anbietet

Viele Hersteller-Apps können eine fertige Karte speichern und später zurückholen. Der Menüpunkt heißt je nach Marke „Karte speichern", „Kartenverwaltung" oder „Multi-Karten-Modus". Wichtig ist der Zeitpunkt: sichern, wenn die Karte fertig eingerichtet ist – also nach dem Benennen der Räume, nach den Sperrzonen, nach der Belagszuordnung. Wer erst sichert, wenn etwas kaputtgeht, sichert nichts.

Bietet deine App keine Sicherung, hilft eine simple Krücke: Screenshots von der Karte mit allen Sperrzonen. Damit lässt sich eine neu kartierte Wohnung in zehn Minuten wieder genauso einrichten, statt aus dem Gedächtnis.

Mehrere Etagen: so klappt der Wechsel

Die meisten aktuellen Modelle können mehrere Karten gleichzeitig speichern – üblicherweise drei bis fünf. Das muss aber aktiv eingeschaltet sein; heißt in der App oft „Multi-Karten" oder „Mehrere Etagen". Ist die Funktion aus, überschreibt jede neue Etage die vorhandene Karte.

Der zuverlässige Ablauf beim Anlegen einer zweiten Etage:

  1. Multi-Karten-Modus in der App aktivieren, bevor der Roboter das erste Mal nach oben getragen wird.
  2. Vorhandene Karte der ersten Etage sichern.
  3. Roboter in der zweiten Etage an einer festen Position absetzen – am besten dort, wo er später auch immer starten soll.
  4. Eine reine Kartierungsfahrt machen lassen, Türen offen, aufgeräumt.
  5. Neue Karte benennen, Räume und Sperrzonen einrichten, sichern.

Zum Laden: Eine zweite Ladestation für die obere Etage ist die komfortabelste Lösung, weil der Roboter dann selbstständig andocken kann. Ohne zweite Station muss er nach der Fahrt wieder heruntergetragen werden – das funktioniert, kostet aber den automatischen Betrieb.

Warum die Etagenerkennung manchmal danebengreift

Beim Start vergleicht der Roboter, was seine Sensoren sehen, mit den gespeicherten Karten. Sind sich zwei Etagen ähnlich – gleicher Grundriss, ähnliche Möblierung, typisch im Reihenhaus –, ordnet er sich gelegentlich der falschen Karte zu und fährt Unsinn. Was dagegen hilft:

  • Immer von derselben Stelle je Etage starten.
  • Vor dem Start in der App die richtige Karte auswählen, statt auf die Automatik zu vertrauen.
  • Türen beim Start in der gleichen Stellung lassen wie beim Kartieren – ein offener Durchgang, den es beim Kartieren nicht gab, verwirrt die Zuordnung.

Wenn er sich innerhalb einer Etage nicht mehr zurechtfindet, obwohl die Karte stimmt, liegt es dagegen meistens nicht an der Karte: Dann ist der Sensorturm verschmutzt, ein Sensorfenster verdeckt oder das Gerät fährt mechanisch schief. Was dabei zu prüfen ist, steht im Beitrag Der Saugroboter fährt schief, dreht sich im Kreis oder bleibt an der Schwelle hängen.

Karten pflegen statt neu anlegen

Eine Karte ist kein Foto, sondern ein Arbeitsdokument. Es lohnt, sie zweimal im Jahr durchzusehen:

  • Sperrzonen, die es nicht mehr braucht, entfernen – jede unnötige Sperrzone kostet gereinigte Fläche.
  • Neue Problemstellen ergänzen: Kabel am neuen Schreibtisch, Futternapf, umgestellte Zimmerpflanze.
  • Raumaufteilung korrigieren, wenn der Roboter Räume zusammengefasst hat, die getrennt sein sollten.
  • Teppiche neu markieren, wenn welche dazugekommen sind.

Wichtig: Eine bestehende Karte lässt sich fast immer bearbeiten – Räume teilen, zusammenlegen, umbenennen. Neu kartieren ist selten nötig und meistens der teurere Weg, weil danach die gesamte Einrichtung fehlt.

Wenn du doch neu kartieren musst

Manchmal führt kein Weg daran vorbei – nach einem Umzug, nach einem größeren Umbau, nach einem Werksreset. Dann gilt derselbe Ablauf wie beim ersten Mal: alle Türen öffnen, aufräumen, Licht anlassen bei Modellen mit Kameranavigation, zuschauen und die Stellen notieren, an denen es hakt. Ausführlich steht das im Beitrag Die ersten Tage mit dem neuen Saugroboter.

Ein Punkt, der dabei gern vergessen wird: Nach dem Neukartieren stimmen die Zeitpläne nicht mehr, weil sie sich auf Raum-IDs der alten Karte beziehen. Zeitpläne also gleich mit kontrollieren, sonst saugt das Gerät nachts das Schlafzimmer.

Fazit

Karten gehen fast nie von selbst verloren – sie gehen verloren, weil die Station umgestellt oder ein Reset gemacht wurde. Zwei Gewohnheiten reichen, um das Thema zu erledigen: Station stehen lassen, und die fertige Karte einmal sichern. Wer mehrere Etagen fährt, schaltet den Multi-Karten-Modus ein, bevor er den Roboter das erste Mal hochträgt – nachträglich ist die erste Karte meistens schon überschrieben.

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